Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: Links oben lässt eine kränkelnde Tabakpflanze ihre eingerollten und verfärbten Blätter hängen; die Pflanze rechts unten stellt dagegen einen kräftigen, gesunden Wuchs zur Schau. Beide tragen ein Virus in sich, doch verbreiten konnte sich der Krankheitserreger nur im ersten Fall. Die grüne Fluoreszenz in der jeweils beigefügten mikroskopischen Aufnahme zeigt die Ausbreitung der Viruspartikel, die rote Farbe markiert die Zelle, die als Ausgangspunkt den Viren die Werkzeuge für ihre Vermehrung bietet. Eine bedeutende Rolle für den Unterschied spielen Hilfsproteine, die in Anlehnung an den englischen Begriff für Anstandsdamen "Chaperone" genannt werden, da sie bei der korrekten Faltung neu entstandener Proteine behilflich sind. Hilfestellung leisten molekulare Chaperone aber verhängnisvollerweise auch bei der Ausbreitung von Viren in Pflanzen. Werden sie durch genetische Veränderungen in ihrer biologischen Wirkung gehemmt, so steigt - wie bei der gesunden transgenen Tabakpflanze im Bild - die Unempfindlichkeit gegen Virusbefall. Forschungen über derartige Zusammenhänge am Lehrstuhl für Biochemie von Prof. Dr. Uwe Sonnewald werden seit Beginn des Jahres 2009 in den neuen Sonderforschungsbereich 796 "Steuerungsmechanismen mikrobioller Effektoren in Wirtszellen" eingebracht. Hier werden grundlegende Erkenntnisse darüber erarbeitet, wie Krankheiten durch Viren und Bakterien entstehen.


