Mittelalterliche Präzision trifft modernste Technik

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Drehleiher

Abbildung: Lehrstuhl für Medizinische Physik

Mittelalterliche Instrumentenbauer wahrten die Geheimnisse ihrer Kunst: Sie haben uns keine Konstruktionspläne hinterlassen, mit deren Hilfe wir nachvollziehen können, wie die Innenmaße ihrer Werke aussehen. Dass ein so wertvolles und seltenes Musikinstrument wie die Drehleier aus dem 15. Jahrhundert aus wissenschaftlicher Neugier zerlegt wird, steht aber selbstverständlich außerhalb jeder Diskussion. Am Lehrstuhl für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg wurde zusammen mit Mathematikern und Musikwissenschaftlern aus Gießen und Schloss Wernsdorf bei Bamberg ein anderer Weg zum verborgenen Innenleben von mittelalterlichen Musikinstrumenten gefunden. Die Durchleuchtung im Computertomographen , die sonst eingesetzt wird, um auf schonende Weise Bilder aus dem menschlichen Organismus zu gewinnen, machte auch den detaillierten Aufbau der Drehleier und der ältesten komplett erhaltenen Holz flöte der Welt (12. Jahrhundert) sichtbar, ohne dass es Anlass zur Sorge um die beiden mittelalterlichen Instrumente gab. Geplant ist eine 3D-Präsentation, zusätzlich soll anhand der Daten eine Drehleier nachgebaut werden.

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