Die Haut als Salzspeicher

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Makrophagen

Abbildung: Nikolaus-Fiebiger-Zentrum
für Molekulare Medizin

Wir alle wissen es, aber wir können schwer davon lassen: Täglich nehmen die Bewohner der Industrieländer weit mehr Kochsalz auf, als ihr Körper braucht. Was aber wird aus dem Überangebot der beliebten Würze? Wird dieser Anteil durch die Nieren weggespült, oder sammelt er sich im Gewebe an und steigert den Blutdruck? Zweierlei hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung von PD Dr. Jens Titze an der Medizinischen Klinik 4 des Uniklinikums und dem Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für Molekulare Medizin der Universität Erlangen Nürnberg jetzt zusammen mit zahlreichen deutschen und internationalen Kooperationspartnern herausgefunden: Die menschliche Haut kann tatsächlich zu viel Salz speichern, was letztendlich den Blutdruck erhöht. Ob dies jedoch geschieht, entscheidet nicht allein die Essenszubereitung, sondern ein Genschalter in den Fresszellen (Makrophagen) in der Haut. Er tritt bei salzhaltiger Nahrung in Aktion und regt die Bildung neuer Lymphgefäße an, die Salz entsorgen. Funktioniert dieses Steuerungsinstrument nicht richtig, bleibt überschüssiges Kochsalz in der Haut. Die Makrophagen, die sich im Bild durch ihre rote Färbung vom Bindegewebe abheben, stehen also in engem Zusammenhang damit, ob mit dem häufigen Griff zum Salzstreuer der Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere "Zivilisationskrankheiten" riskiert werden.

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