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Probanden gesucht

Uni-Klinikum führt Studie zu Apathie bei Alzheimerdemenz durch

Die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik (Leitung: Prof. Dr. M. Weih; Direktor: Prof. Dr. J. Kornhuber) des Universitätsklinikums Erlangen führt, im Verbund mit zehn anderen Studienzentren, die erste klinische Studie zur Behandlung von Apathie bei Alzheimerdemenz durch. Bisher gibt es keine Therapie gegen ausgeprägte Antriebsstörungen, die häufig bei Alzheimerdemenz auftreten und die Patienten sowie deren Angehörige stark belasten. Für die zwölfwöchige Studie, in der die Wirksamkeit eines Medikaments getestet wird, suchen die Erlanger Forscher noch Probanden: Patienten mit Alzheimerdemenz im Alter von 55 bis 90 Jahren, die apathisch, aber nicht depressiv sind.

Die Erlanger Psychiatrie ist die einzige Einrichtung Nordbayerns, die sich an der Studie beteiligt. Prof. Dr. Markus Weih, Geschäftsführender Oberarzt und Erlanger Leiter der Studie, erläutert: “Viele Patienten mit einer Alzheimerdemenz sind apathisch. Das bedeutet, dass das Interesse an sozialen Aktivitäten nachlässt und die Betroffenen weniger aktiv sind. Darüber hinaus kann es die geistigen Einschränkungen verschlimmern. Wir erhoffen uns durch die Studie einen wissenschaftlichen Fortschritt in der Therapie der Apathie – als wichtigster Verhaltensauffälligkeit bei der Demenz.” Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und vom Universitätsklinikum Bonn als Studienzentrum geleitet.

Einschlusskriterien und Studienverlauf

Gesucht werden Probanden im Alter von 55 bis 90 Jahren, die an einer leichten bis mittelschweren Alzheimerdemenz sowie an einer klinisch relevanten Apathie (Verlust von Motivation, Antrieb oder Interesse) leiden. Die Testpersonen sollten keine depressive Stimmung aufweisen und im Mini-Mental-Test 10 bis 23 Punkte erreichen. Die Forscher testen zwölf Wochen lang die Wirksamkeit des Medikamentes Bupropion, das die Dopamin-Wiederaufnahme hemmt und bisher als Antidepressivum und zur Raucherentwöhnung eingesetzt wird. Für Vergleichszwecke erhält eine Gruppe der Testpersonen Bupropion, die andere ein Placebo. Antidementiva als Begleitmedikation sind erlaubt. Neben der Medikamenteneinnahme müssen die Probanden für Untersuchungen zur Verfügung stehen: klinische Skalen, neuropsychologische Tests, EKG und Blutuntersuchungen.

Interessenten erhalten weitere Informationen in der Gedächtnisambulanz, Tel.: 09131/85-34597

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Markus Weih, MME (Bern)

Tel.: 09131/85-36005

markus.weih@uk-erlangen.de

uni | mediendienst | aktuell Nr. 178/2010 vom 30.7.2010

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