Der Universitätsrat wirkt bei allen Entscheidungen mit, die für die Universität bedeutsam sind. Dazu gehören zum Beispiel die Entwicklungsplanung, die Gliederung der Universität, die Einrichtung neuer Studiengänge sowie Grundsatzfragen und Schwerpunkte des Haushalts. In seine Kompetenz fällt auch die Wahl der Präsidentin bzw. des Präsidenten der Universität und seiner drei Stellvertreterinnen bzw. Stellvertreter.
Der Universitätsrat besteht aus den gewählten Mitgliedern des Senats und aus acht Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und beruflicher Praxis.
Externe Mitglieder
- Prof. Dr. Hans-Joachim Freund (Vorsitzender),
Fritz-Haber-Institut, Berlin - Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann,
Universität Essen - Prof. Dr. Josef M. Pfeilschifter,
Goethe-Universität Frankfurt am Main - Dr. Bernd Rödl,
Rödl & Partner, Nürnberg - Maria-Elisabeth Schaeffler,
Schaeffler KG, Herzogenaurach - Frank-Jürgen Weise
Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg - Ulrich Wilhelm,
Bayerischer Rundfunk, München - Prof. Dr. Klaus Wucherer,
Infineon AG, München
Mitglieder des Senats
- Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer
Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie - Prof. Dr. Hans Kudlich
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät - Prof. Dr. André Reis (stellv. Vorsitzender)
Medizinische Fakultät - Prof. Dr. Wolfgang Kreis
Naturwissenschaftliche Fakultät - Prof. Dr. Peter Wasserscheid
Technische Fakultät - Dr. Jürgen Kleinöder
Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Lucia Lauf
Vertreterin der nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Wolfram Barfuß
Vertreter der Studierenden
Beratende Mitglieder
- Prof. Dr. Sannakaisa Virtanen,
Frauenbeauftragte - Ramona Zobel
Vertreterin der Studierenden
Externe Mitglieder des Universitätsrats
Prof. Dr. Hans-Joachim Freund (Vorsitzender)
Geboren 1951, ist seit 1996 Direktor der Abteilung für Chemische Physik am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Nach dem Studium der Physik und Chemie, der Promotion und der Habilitation in Köln war er von 1983 bis 1987 Professor für Physikalische Chemie in Erlangen. Professor Freunds Meinung ist in zahlreichen Gremien gefragt und geschätzt. Er war hochschulpolitisch unter anderem tätig als Mitglied des Gutachtergremiums BESSY II oder des Ausschusses zur Einsetzung von Graduiertenkollegs der DFG. Seit 1996 ist er ordentliches Mitglied der Sektion Chemie der Academia Europea, seit 1998 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 1995 wurde er mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet. Prof. Freund ist Mitglied im Europäischen Forschungsrat (ERC), der über erhebliche Forschungsmittel verfügt. Mit Prof. Freund werden im Universitätsrat vor allem die Naturwissenschaften repräsentiert.
Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann
Carl Friedrich Gethmann, geboren am 22. Januar 1944 in Landsberg (Warthe), studierte Philosophie an den Universitäten Bonn, Innsbruck und Bochum. 1991 erfolgte die Berufung auf eine Universitätsprofessur (C4) an der Universität Essen. Danach ergangene ehrenvolle Rufe hat er stets abgelehnt. Von 1996 bis 2012 war Prof. Gethmann auch Direktor der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit dem 01.03.2012 ist er Professor am Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ der Universität Siegen. Er ist seit 1991 Mitglied der Academia Europaea (London), seit 1998 ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2002 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle/Saale. 2003 wurde Prof. Gethmann die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen. Am 28. September 2005 wurde Prof. Gethmann zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie gewählt, ein Amt, das er bis 2008 inne hatte. Im Jahre 2006 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Seit 2008 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – acatech. Prof. Gethmanns Schwerpunkte sind Sprachphilosophie, Argumentationstheorie, Logik, Phänomenologie sowie angewandte Philosophie (Medizinische Ethik, Umweltethik, Technikfolgenabschätzung. Er repräsentiert damit die Philosophie und die Geisteswissenschaften in für die FAU idealer Weise.
Prof. Dr. Josef M. Pfeilschifter
Der 1955 in Windischbergerdorf geborene Pfeilschifter studierte Humanmedizin und Philosophie an der Universität Regensburg und der TU München, wo er 1982 auch promovierte. Nach seiner Assistententätigkeit an der Universität Regensburg und der Universität Zürich wechselte er 1987 für vier Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Ciba-Geigy AG nach Basel. 1990 erfolgte die Habilitation für Biochemische Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel, wo er 1992 zum außerordentlichen Professor der Pharmakologie und Toxikologie ernannt wurde. 1993 erhielt er den Franz-Volhard-Preis der Gesellschaft für Nephrologie. Seit November 1996 ist er C4-Professor und Direktor des Instituts für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die ihn trotz ehrenvoller Rufe nach Tübingen, München und Regensburg halten konnte. Seit Mai 2002 ist er Dekan des dortigen Fachbereichs Medizin. Er gehört seit 2002 dem Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung als stellv. Vorsitzender an. Prof. Pfeilschifter ist Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (seit 2000), der Academia Europaea, Section Physiology and Medicine (seit 2000) sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (seit 2004). Er gehört dem Präsidium des Medizinischen Fakultätentags an, ist Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbands und hat verschiedene Funktionen in der DFG inne. Die FAU profitiert von der herausragenden Kompetenz in dem Bereich Wissenschaft und Wissenschaftsmanagement von Prof. Pfeilschifter, der für die medizinische Kompetenz im Universitätsrat steht.
Dr. Bernd Rödl
Dr. Bernd Rödl wurde 1943 in Karlsbad geboren und wuchs in Hof auf. Nach seinem Jura-Studium in München und Erlangen und der Promotion in Erlangen wurde er Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt. 1977 gründete er eine Ein-Mann-Kanzlei; heute stellt Rödl & Partner eine der führenden europäischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften mit über 3000 Mitarbeitern in weltweit 88 Niederlassungen dar. Dr. Bernd Rödl nimmt eine Reihe von Positionen wahr. So ist er Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, Vorstand des FUN, dem Träger des Businessplan-Wettbewerbs im Netzwerk Nordbayern, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Unternehmensbewertungen und Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten und Beiräten. Dass Dr. Rödl viel erreicht hat, belegen nicht zuletzt zahlreiche Auszeichnungen. So erhielt er 1999 den Sonderpreis des BDU und der Messe Düsseldorf für die Begleitung deutscher und ausländischer Unternehmen in Mittel- und Osteuropa im Bereich der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Rechtsberatung. 2001 wurde er mit dem Preis „Europe’s 500“ ausgezeichnet, der an die dynamischsten und wachstumsstärksten Unternehmen Europas verliehen wird. Als „Bayerns Best 50“ wurde Rödl & Partner 2002 geehrt. In Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die mittelfränkische Wirtschaft wurde er mit der Kammer-Ehrenmedaille der IHK Nürnberg für Mittelfranken ausgezeichnet. Im Jahr 206 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2010 den Bayerischen Verdienstorden. Er ist Kuratoriumsmitglied der Georg-Friedrich-Ohm-Hochschule Nürnberg und wirkt auch im Bund der Freunde der GSOHM mit. Als Mitglied des Universitätsrates trägt er zur regionalen Verankerung der Friedrich-Alexander-Universität mit ihren weit gespannten Beziehungen zur regionalen Wirtschaftspraxis bei, gleichermaßen ist er in den rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen der FAU tätig.
Maria-Elisabeth Schaeffler
In Prag geboren, aufgewachsen in Wien, Abitur und Besuch der medizinischen Universität. Seit 1996 hat sie als unternehmerisch aktive Gesellschafterin das von ihrem Mann Dr.-Ing. E.h. Georg Schaeffler und dessen Bruder Dr. Wilhelm Schaeffler 1946 gegründete Unternehmen INA zur Schaeffler Gruppe mit den drei Marken INA, LuK und FAG ausgebaut. Das global führende Technologieunternehmen der Zulieferindustrie beschäftigt 70.000 Mitarbeiter weltweit an über 180 Standorten und erzielte im Jahr 2010 einen Jahresumsatz von 9,5 Milliarden Euro. Als eines der größten europäischen Industrieunternehmen in Familienbesitz erwarb die Schaeffler Gruppe im Jahr 2008 eine strategische Mehrheit an der Continental AG Hannover. Maria-Elisabeth Schaeffler ist stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Schaeffler AG und Mitglied des Aufsichtsrates der Continental AG und der Österreichischen Industrieholding AG. Sie ist Vorsitzende des Stiftungsrates der FAG Stiftung, wirkt als Vizepräsidentin der Deutschen Handelskammer in Österreich und gehört dem Präsidium des BDI sowie den Beiräten verschiedener Unternehmen an. Sie engagiert sich unter anderem im Verwaltungsrat des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, als stellvertretende Vorsitzende der Freunde der Staatsoper Nürnberg sowie im Wirtschaftsbeirat des Goethe-Instituts und im Beirat der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. Maria-Elisabeth Schaeffler ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, des Großen Silbernen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich, des Bayerischen Verdienstordens und des Großen Tiroler Adler-Ordens. Sie ist Ehrenbürgerin der Städte Höchstadt a.d. Aisch, Herzogenaurach und Bühl sowie Taicang in China und der südkoreanischen Provinz Jeollabuk-Do. Sie erhielt unter anderem die Kammermedaille der IHK Nürnberg für Mittelfranken, die Karmarsch Denkmünze des Freundeskreises der Leibniz Universität Hannover, wurde 2004 zur „Familienunternehmerin des Jahres“ der INTES-Akademie und des Magazins Impulse gewählt, und das ÖkoGlobe-Institut der Universität Duisburg-Essen verlieh ihr den „ÖkoGlobe`11“ als „Persönlichkeit des Jahres“. Mit ihr wird die Wirtschaft hochrangig repräsentiert.
Frank-Jürgen Weise
Der am 8. Oktober 1951 in Radebeul/Dresden geborene Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit absolvierte nach Abitur und Offiziersausbildung ein Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Mannheim. Er schloss das Studium als Diplom-Betriebswirt ab, wurde Offizier der Fallschirmjäger und machte Karriere bis zum Kompaniechef. Derzeit ist er Oberst der Reserve.
1985 – 1989 war er bei der VDO Adolf Schindling AG im Bereich Controlling tätig, 1989 – 1992 bei der Braunschweiger Hüttenwerk GmbH als Kaufmännischer Geschäftsführer, ab 1993 als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Von 1992 - 1996 betrieb er als Geschäftsführer den Aufbau der strategischen Beratung, Aufsichts- und Beiratsmandate der SUP Societät für Unternehmensplanung. 1997 wechselte er für drei Jahre als Vorstand (Finanzen, Controlling, Personal, IT), Personalleiter oberste Führungskräfte zur FAG Kugelfischer AG. 2000 gründete er die Microlog Logistics AG und war zunächst als ihr Geschäftsführer nach Börseneinführung als Sprecher des Vorstands tätig. Schließlich kam er 2002 zur Bundesagentur für Arbeit, zunächst als Vorstand Finanzen, Personal, IT, seit 2004 bis heute als Vorsitzender des Vorstandes. Unter seiner Führung wurde die Bundesagentur für Arbeit grundlegend reformiert. Im März 2010 übernahm er, zusätzlich zu seiner Leitungsfunktion bei der BA, die Leitung der neuen Bundeswehr-Strukturkommission, um nach einer umfassende Überprüfung der Strukturen der Bundeswehr die Effizienz der Bundeswehr und des Bundesverteidigungsministeriums zu verbessern. Herr Weise ist aufgrund seiner vielseitigen Erfahrungen mit der Wirtschaft und komplexen großen öffentlichen Institutionen sowie seiner guten Kenntnis der FAU als Mitglied ihres Kuratoriums eine hervorragende Bereicherung für die Universität.
Ulrich Wilhelm
Ulrich Wilhelm, 1961 geboren in München, hat 1983 die Deutsche Journalistenschule mit dem Redakteursdiplom abgeschlossen. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Passau und München. Während des Studiums arbeitete er als freier Journalist, zuletzt in der Chefredaktion des Bayerischen Rundfunks. 1991 trat der Volljurist in den Staatsdienst ein, zunächst im Bayerischen Staatsministerium des Innern. 1993 wechselte Wilhelm in die Bayerische Staatskanzlei und wurde 1999 Pressesprecher des Ministerpräsidenten und der Bayerischen Staatsregierung. 2004 wurde Wilhelm Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. 2005 wechselte er nach Berlin. Dort wurde er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines beamteten Staatssekretärs. Im Mai 2010 wählte ihn der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks mit 40 von 44 Stimmen zum Intendanten. Wilhelm legte seine Regierungsämter nieder. Im Februar 2011 hat Ulrich Wilhelm sein Amt als Intendant des BR angetreten. Er steht für die hochrangige Medienrepräsentanz der Friedrich‑Alexander‑Universität.
Prof. Dr. Klaus Wucherer
Geboren 1944, trat Klaus Wucherer nach dem Studium der Elektrotechnik und des Maschinenbaus sowie der Promotion 1970 als Projektingenieur in die Siemens AG, Zweigniederlassung Bremen ein. Nach verschiedenen Funktionen innerhalb der Zweigniederlassung war er von 1983 bis 1986 Leiter der technischen Abteilung, Vertrieb Anlagen Siemens S.A. in Sao Paulo/Brasilien. 1986 übernahm er die Leitung der in Nürnberg und Erlangen angesiedelten Geschäftszweige und Geschäftsgebiete Industrielle Kommunikation, Software-Haus, Automatisierungssysteme für Werkzeugmaschinen und Industrie-Automatisierungssysteme. In klarer Erkenntnis der Schwachstellen des damaligen Systemkonzepts leitete er mit der Entwicklung einer neuartigen NC-Steuerung eine Technologiewende in der Steuerungstechnik ein, die für die heutige Stellung des Erlanger Geschäftsbereich Automation & Drives maßgeblich verantwortlich ist. Die Innovationen auf dem Gebiet der Steuerungs- und der Antriebstechnik wurden unter Wucherers Führung zu einem Gesamtkonzept der Automatisierungstechnik verknüpft. Prof. Wucherer war Mitglied des Zentralvorstandes der Siemens AG und seit 2010 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Infineon Technologies AG. Er ist Ehrendoktor der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität sowie Honorarprofessor an der TU Chemnitz und der FH Osnabrück. Prof. Wucherer steht für die starken Ingenieurwissenschaften an der FAU.

